Drucken
Zugriffe: 20701

file page1 

Voraussetzung für die Wahl der Einnahme- Überschussrechnung (R 4.5 Abs. 1 EStR 2008)


Ist der Steuerpflichtige davon ausgegangen, keine betrieblichen Einkünfte erzielt zu haben, und ist er demgemäß nicht verpflichtet gewesen, für Zwecke der Besteuerung einen Überschuss zu ermitteln, ist eine Wahl zwischen verschiedenen Gewinnermittlungsarten nicht denkbar. Das Wahlrecht zur Einnahme- Überschussrechnung kann nur zu Beginn des Gewinnermittlungszeitraumes durch schlüssiges Verhalten ausgeübt werden. Der Gewinn ist in diesen Fällen nach Bilanzierungsgrundsätzen (§ 4 Abs. 1 Satz 1 EStG) zu ermitteln (BFH, Urteil vom 8.3.1989, BStBl II, 714). Wird der Gewinn geschätzt, besteht keine Buchführungspflicht und werden auch freiwillig keine Bücher geführt, ist zu unterscheiden:

Die Einnahme- Überschussrechnung ist im Grundsatz eine einfache Geldverkehrsrechnung. Hier ist vorrangig der Zu und Abfluss von Einnahmen und Ausgaben festzuhalten.

Der § 4 Abs. 3 EStG enthält keine Bestimmungen zur Aufzeichnungspflicht der Betriebseinnahmen und Betriebsausgaben. Allgemeine Anforderungen an die Aufzeichnungen ergeben sich aus §§ 145,146 AO. Die Bewilligung von Erleichterungen für steuerrechtliche Aufzeichnungs-- oder Aufbewahrungspflichten ist gemäß § 148 AO möglich. Verlangen andere Gesetze als die Steuergesetze weitere Aufzeichnungen, so sind diese auch bei der Überschussrechnung zu führen (§ 140 AO und AEAO zu § 140 AO) Sie können sich meist berufsbezogen – aus außersteuerlichen Gesetzen und Verordnungen ergeben (z. B. Gebraucht- Warenbücher, Metalltücher, Giftbücher/ Betäubungsmittelkartei, Geldwäschegesetz usw.).

 

Alle Beiträge sind nach bestem Wissen zusammengestellt. Eine Haftung für deren Inhalt kann jedoch nicht übernommen werden. Für Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Mit besten wünschen

Der Vorstand

ARM K.